
Sportvorhersagen
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Was die FIFA bei der Auslosung am 13. Dezember 2025 zusammengewürfelt hat, birgt Sprengstoff. Zwölf Gruppen, 48 Mannschaften, und in mindestens vier dieser Gruppen wird es Ergebnisse geben, die den Quotenmarkt erschüttern. Ich habe jede einzelne Gruppe analysiert — die Kräfteverhältnisse, die taktischen Matchups, die verborgenen Stolperfallen — und daraus ein Sprengstoff-Ranking erstellt, das zeigt, wo die größten Überraschungen lauern und wo der Wettmarkt am verwundbarsten ist.
Die WM-2026-Gruppen unterscheiden sich fundamental von den Gruppen früherer Turniere. Mit 48 Mannschaften und 12 Gruppen zu je vier Teams gibt es erstmals Konstellationen, in denen ein klarer Favorit auf drei deutlich schwächere Gegner trifft — aber auch Gruppen, in denen drei ebenbürtige Mannschaften um zwei Aufstiegsplätze und einen möglichen dritten Platz kämpfen, der über die Tabelle der besten Dritten ebenfalls zum Weiterkommen reichen kann. Für den Wettmarkt entstehen dadurch neue Muster: Die Quoten auf Gruppensieger sind in den „klaren“ Gruppen komprimiert und bieten wenig Wert, während die umkämpften Gruppen Ineffizienzen produzieren, die analytisch arbeitende Wettende ausnutzen können.
Für deutsche Fans steht eine Gruppe im Zentrum: Gruppe J mit Argentinien, Algerien, Deutschland und Jordanien. Aber auch die Gruppen D (USA), E (Deutschland), L (England und Kroatien) und F (Niederlande und Japan) verdienen besondere Aufmerksamkeit — sei es wegen der DACH-Relevanz, der sportlichen Brisanz oder der Wettmöglichkeiten, die sie bieten.
Sprengstoff-Ranking: Die brisantesten WM-2026-Gruppen
Nicht alle Gruppen sind gleich — und nicht alle Gruppen verdienen Ihre Aufmerksamkeit als Wettender. Ich habe die zwölf Vorrundengruppen nach einem einfachen Kriterium bewertet: Wie groß ist die Diskrepanz zwischen der Markterwartung und dem realen Überraschungspotenzial? Eine Gruppe, in der der Favorit zu 95 Prozent weiterkommt, ist für den Wettmarkt uninteressant. Eine Gruppe, in der drei Mannschaften annähernd gleiche Chancen haben und der Markt trotzdem eine klare Hierarchie einpreist, ist ein Geschenk.
An der Spitze meines Rankings steht Gruppe L mit England, Kroatien, Ghana und Panama. Diese Gruppe vereint zwei ehemalige WM-Halbfinalisten, eine afrikanische Mannschaft mit individueller Weltklasse und einen CONCACAF-Vertreter, der bei der WM 2018 in Russland debütierte. England und Kroatien haben sich bei den letzten drei großen Turnieren regelmäßig gegenübergestanden, und jedes Mal war das Ergebnis knapp. Der Markt wird England als Gruppenfavoriten und Kroatien als Zweiten einpreisen — aber Ghana hat die Qualität, jeden der beiden an einem guten Tag zu schlagen. Die Quoten auf ein ghanaisches Weiterkommen bieten meiner Einschätzung nach den besten Wert aller Gruppenwetten.
Auf Platz zwei liegt Gruppe J — Deutschlands Gruppe. Argentinien als Titelverteidiger ist der klare Favorit, aber die drei Verfolger bilden eine spannende Konstellation. Deutschland mit dem besten Pressing-System der WM, Algerien mit Geschwindigkeit und afrikanischer Turniermentalität, Jordanien als unberechenbarer Debütant. Der Kampf um Platz zwei und möglicherweise den besten Gruppendrittplatz wird bis zum letzten Spieltag offen bleiben. Ich komme auf diese Gruppe weiter unten im Detail zurück.
Gruppe F mit den Niederlanden, Japan, Schweden und Tunesien belegt Platz drei. Hier treffen zwei Geheimfavoriten aufeinander: Die Niederlande bringen die europäische Tradition und taktische Vielseitigkeit mit, Japan die Geschwindigkeit und den Ehrgeiz, nach den WM-2022-Siegen über Deutschland und Spanien den nächsten Schritt zu machen. Das Spiel Niederlande gegen Japan wird eines der qualitativ besten Gruppenspiele des gesamten Turniers, und der Ausgang dieser Partie bestimmt die gesamte Gruppenstruktur. Schweden und Tunesien sind keine Laufkundschaft — beide können Punkte klauen und die Rechnung der Favoriten durcheinanderbringen.
Gruppe K mit Portugal, DR Kongo, Usbekistan und Kolumbien nimmt Platz vier ein. Portugal und Kolumbien sind die Favoriten, aber der direkte Vergleich könnte enger ausfallen, als der Markt erwarten lässt. Kolumbien hat in der Südamerika-Qualifikation gezeigt, dass es mit den Besten mithalten kann, und die Quoten auf einen kolumbianischen Gruppensieg über Portugal bieten attraktiven Wert.
Am anderen Ende des Rankings stehen die „klaren“ Gruppen, in denen die Hierarchie kaum zu durchbrechen scheint. Gruppe E mit Deutschland, Curaçao, Elfenbeinküste und Ecuador ist die einseitigste des Turniers — Deutschland wird als Gruppenerster erwartet, und die Quoten spiegeln das wider. Ähnlich vorhersagbar sind Gruppe A (Mexiko als Gastgeber-Favorit) und Gruppe G (Belgien als klarer Erster). In diesen Gruppen liegt der Wettwert nicht beim Gruppensieger, sondern bei den Nebenmärkten: Exakte Ergebnisse, Über/Unter Tore und die Frage, welches Team den zweiten Platz belegt.
Zwischen den Extremen liegen Gruppen wie B (Kanada, Schweiz, Bosnien, Katar), C (Brasilien, Marokko, Schottland, Haiti), D (USA, Paraguay, Australien, Türkei), H (Spanien, Kap Verde, Saudi-Arabien, Uruguay) und I (Frankreich, Senegal, Irak, Norwegen). Jede dieser Gruppen hat einen klaren Favoriten, aber der Kampf um die Plätze zwei und drei bietet genug Spannung und Marktineffizienzen, um für analytische Wettende relevant zu sein.
Gruppen A bis F — die erste Hälfte im Schnellcheck
Sechs Gruppen, 24 Mannschaften, und in jeder steckt eine Geschichte, die der Quotenmarkt entweder richtig oder falsch erzählt. Ich gehe jede Gruppe durch — mit dem Blick des Analysten, nicht des Kommentators.
Gruppe A vereint Gastgeber Mexiko mit Südkorea, Südafrika und Tschechien. Das Eröffnungsspiel der WM am 11. Juni im Estadio Azteca — Mexiko gegen Südafrika — setzt den Ton für das gesamte Turnier. Mexiko hat den Heimvorteil, die Höhenlage im Aztekenstadion auf 2.240 Metern und ein Publikum, das jedes Heimspiel in ein Inferno verwandelt. Südkorea ist der gefährlichste Außenseiter: Son Heung-min führt eine disziplinierte Mannschaft an, die bei der WM 2022 die Gruppenphase überstand. Tschechien hat sich über die Play-offs qualifiziert und spielt einen pragmatischen, defensiven Fußball. Südafrika kehrt nach 2010 erstmals wieder zu einer WM zurück und bringt Begeisterung, aber wenig internationale Erfahrung auf diesem Niveau mit. Meine Einschätzung: Mexiko Erster, Südkorea Zweiter — aber ein Ausrutscher Mexikos gegen Südkorea bei Nachtspielzeiten und Hitze in Monterrey oder Guadalajara ist durchaus denkbar.
Gruppe B mit Kanada, Bosnien und Herzegowina, Katar und der Schweiz ist eine der ausgeglicheneren Gruppen. Die Schweiz ist für deutsche Leser besonders relevant — der DACH-Nachbar spielt eine solide Qualifikation und bringt mit Granit Xhaka, Manuel Akanji und Denis Zakaria einen erfahrenen Kern mit. Kanada als Co-Gastgeber hat den Heimvorteil im BMO Field in Toronto und eine Generation um Alphonso Davies, Jonathan David und Cyle Larin, die in europäischen Topligen spielt. Bosnien ist taktisch unberechenbar und physisch stark. Katar, Gastgeber der WM 2022, hat seither sportlich stagniert und wird Letzter. Der Gruppensieg geht an die Schweiz oder Kanada — ein Duell, das für den Wettmarkt interessante Quoten produziert, weil der Heimvorteil Kanadas schwer zu quantifizieren ist.

Gruppe C ist Brasiliens Gruppe, und auf dem Papier sollte die Seleção souverän als Erster hervorgehen. Aber Papier spielt nicht Fußball. Marokko hat bei der WM 2022 bewiesen, dass es die großen Nationen schlagen kann, und der Kader hat sich seither weiterentwickelt. Das Duell Brasilien gegen Marokko am zweiten Spieltag könnte das entscheidende Gruppenspiel werden. Schottland bringt die typisch britische Mentalität mit — kämpferisch, organisiert, aber ohne die individuelle Qualität, um Brasilien oder Marokko über 90 Minuten in Schwierigkeiten zu bringen. Haiti ist der romantische Außenseiter, dessen Teilnahme allein schon eine Erfolgsgeschichte ist. Meine Prognose: Brasilien Erster, Marokko Zweiter — mit der Einschränkung, dass Brasiliens aktuelle Defensive fragiler ist als bei jeder WM seit den 1990er Jahren.
Gruppe D gehört den USA als Hauptgastgeber. Die USMNT spielt alle Gruppenspiele im eigenen Land — ein Heimvorteil, der bei Weltmeisterschaften historisch eine Trefferquote von über 70 Prozent für den Gruppensieg hat. Aber die Gruppe ist nicht so einfach, wie es scheint. Die Türkei bringt mit Hakan Çalhanoğlu und Arda Güler zwei Spieler mit, die bei Inter Mailand und Real Madrid Schlüsselrollen einnehmen. Australien hat eine pragmatische Mannschaft, die bei der WM 2022 das Achtelfinale erreichte. Paraguay ist der südamerikanische Vertreter, der physisch stark ist, aber taktisch limitiert. Die detaillierte Analyse der Gruppe D zeigt, warum die Türkei der gefährlichste Herausforderer der USA ist.
Gruppe E ist auf dem Papier die einseitigste des Turniers. Deutschland ist der klare Favorit, und weder Curaçao noch Elfenbeinküste oder Ecuador sollten den DFB-Kader am Gruppensieg hindern. Aber „sollten“ ist ein gefährliches Wort bei einer WM. Deutschland hat bei den letzten drei großen Turnieren — WM 2018, WM 2022 und EM 2024 — jeweils die Erwartungen unterboten. Ein Vorrunden-Aus ist in dieser Gruppe unwahrscheinlich, aber ein zweiter Platz hinter Ecuador oder Elfenbeinküste wäre keine Sensation. Für den Wettmarkt liegt der interessanteste Aspekt dieser Gruppe im Kampf um Platz zwei: Elfenbeinküste als Afrika-Cup-Sieger 2024 gegen Ecuador, das sich in der südamerikanischen Qualifikation bewährt hat. Beide Teams haben ähnliche Stärken — physische Präsenz, schnelles Umschaltspiel — und der direkte Vergleich wird den zweiten Aufstiegsplatz entscheiden.
Gruppe F ist die Gruppe, die ich als neutraler Analyst am meisten herbeisehne. Niederlande gegen Japan ist ein Duell zweier unterschiedlicher Fußballphilosophien — niederländische Raumkontrolle gegen japanische Geschwindigkeit und Präzision. Japan hat bei der WM 2022 zwei europäische Giganten in der Gruppenphase besiegt und wird dieses Selbstvertrauen nach Nordamerika mitnehmen. Die Niederlande haben unter ihrem Trainer eine Mannschaft aufgebaut, die defensiv stabiler ist als in den letzten Jahren, aber offensiv noch nach der richtigen Balance sucht. Schweden befindet sich in einer Renaissance-Phase und kann mit einem guten Turnier das Achtelfinale erreichen. Tunesien komplettiert die Gruppe als nordafrikanischer Vertreter, der bei der WM 2022 ungeschlagen blieb, aber trotzdem ausschied — weil ein Sieg fehlte. Mein Sprengstoff-Faktor für diese Gruppe: hoch. Der Markt wird die Niederlande als Favoriten einpreisen, aber Japan ist ein Gegner, der diese Favoritenrolle in 90 Minuten umkehren kann.
Gruppen G bis L — wo die größten Überraschungen lauern
In der zweiten Hälfte des Gruppenalphabets stecken die Geschichten, die dieses Turnier definieren werden. Hier liegen Deutschlands Schicksalsgruppe, Englands härteste Prüfung und Frankreichs vermeintlich leichte Aufgabe, die sich als Falle entpuppen könnte.
Gruppe G mit Belgien, Ägypten, Iran und Neuseeland wirkt auf den ersten Blick klar — Belgien als Gruppenerster, Ägypten als Zweiter. Aber Belgien ist nicht mehr das Team von 2018, als die Roten Teufel die Welt beeindruckten. Kevin De Bruyne ist nach zahlreichen Verletzungen nicht mehr der unverwüstliche Motor, der er vor drei Jahren war. Romelu Lukaku hat in den letzten Klubsaisons seine Form schwanken gesehen. Die neue belgische Generation — Charles De Ketelaere, Amadou Onana, Leandro Trossard — muss bei einem Großturnier erst beweisen, dass sie den Druck aushält. Ägypten mit Mohamed Salah ist der Gegner, der Belgien am ehesten gefährden kann. Salah war in der Saison 2025/26 bei Liverpool in Topform und bringt die individuelle Qualität mit, die ein Gruppenspiel im Alleingang entscheiden kann. Iran spielt seit der WM 2022 konstant auf solidem Niveau und wird kein leichter Gegner sein. Neuseeland ist der klare Außenseiter, aber die All Whites haben bei der WM 2010 mit drei Unentschieden — unter anderem gegen den späteren Weltmeister Spanien — gezeigt, dass sie Punkte gegen jeden Gegner holen können.
Gruppe H vereint Spanien, Kap Verde, Saudi-Arabien und Uruguay — eine Konstellation, die auf den ersten Blick spanisch dominiert ist, auf den zweiten aber eine versteckte Brisanz birgt. Uruguay wird vom Markt als klarer Zweiter eingestuft, und diese Einschätzung ist korrekt — Federico Valverde, Darwin Núñez und Ronald Araújo bilden einen Kader, der in der K.o.-Runde jedem Gegner wehtun kann. Das interessanteste Spiel dieser Gruppe ist Spanien gegen Uruguay am dritten Spieltag: Wenn beide Teams bereits qualifiziert sind, könnte der Ausgang taktisch geprägt sein — und taktisch geprägte Spiele produzieren für den Unter-Markt regelmäßig Wert. Saudi-Arabien hat seit dem Sieg über Argentinien bei der WM 2022 investiert: Die Saudi Pro League hat internationale Stars angezogen, und die Nationalmannschaft profitiert von einer verbesserten Infrastruktur. Ein Punktgewinn gegen Kap Verde oder Uruguay ist möglich.
Gruppe I mit Frankreich, Senegal, Irak und Norwegen ist die Gruppe, in der ich den Markt am deutlichsten daneben sehe. Frankreich wird als unangefochtener Gruppenerster gehandelt — und das ist wahrscheinlich korrekt. Aber der Kampf um Platz zwei zwischen Senegal und Norwegen wird enger, als die Quoten suggerieren. Norwegen hat mit Erling Haaland den torgefährlichsten Spieler der Welt im Kader und bringt eine Mentalität mit, die bei Turnieren unterschätzt wird. Martin Ödegaard als kreativer Motor hinter Haaland gibt dem norwegischen Spiel eine Dimension, die bei der verpassten WM 2022 noch fehlte. Senegal dagegen hat die breitere Mannschaft und die größere Turniererfahrung — die Löwen der Teranga haben bei der WM 2022 das Achtelfinale erreicht und wissen, wie ein Turnier funktioniert. Der direkte Vergleich — voraussichtlich am letzten Spieltag — könnte über das Weiterkommen entscheiden. Irak kehrt nach langer Abwesenheit auf die WM-Bühne zurück und wird für Norwegen und Senegal nicht das leichte Pflichtspiel sein, das der Markt erwarten lässt. Der irakische Fußball hat in den letzten Jahren eine Entwicklung durchgemacht, die in Europa kaum wahrgenommen wurde, und der asiatische Qualifikationsweg hat gezeigt, dass dieses Team unter Druck performen kann.
Gruppe J — Deutschlands Gruppe — behandle ich im nächsten Abschnitt separat. Hier nur so viel: Es ist eine Gruppe, die für den Wettmarkt außerordentlich interessant ist, weil die Hierarchie hinter dem Favoriten Argentinien nicht geklärt ist und der Markt die Stärke des DFB-Teams unter Nagelsmann systematisch unterbewertet.

Gruppe K bringt Portugal und Kolumbien als Favoriten zusammen — zwei Mannschaften, die um den Gruppensieg kämpfen werden. Portugal spielt nach Ronaldos Rücktritt einen moderneren, kollektiveren Fußball, der weniger von einem Einzelspieler abhängt. Kolumbien hat unter Néstor Lorenzo eine beeindruckende Entwicklung genommen und spielt den schnellsten Konterfußball Südamerikas. Die DR Kongo und Usbekistan sind die Außenseiter, aber beide haben sich auf dem Feld den WM-Platz verdient und werden nicht kampflos aufgeben. Das Spiel Portugal gegen Kolumbien am zweiten Spieltag wird die Machtverhältnisse klären. Für den Wettmarkt bietet Kolumbien als Gruppensieg-Kandidat attraktive Quoten, weil der europäische Markt südamerikanische Mannschaften außerhalb von Argentinien und Brasilien tendenziell unterbewertet.
Gruppe L ist die Gruppe, die mein Sprengstoff-Ranking anführt, und das aus gutem Grund. England gegen Kroatien ist kein Gruppenspiel — das ist ein Viertelfinale, das in die Vorrunde verrutscht ist. Beide Mannschaften haben bei den letzten drei großen Turnieren gegeneinander gespielt, und jedes Mal war das Ergebnis knapp und emotional. England wird als Favorit gehandelt, aber Kroatien hat bei Turnieren eine Mentalität, die sich nicht in Quoten messen lässt — Modrić, Kovačić und Perišić haben gemeinsam mehr Turniererfahrung als jede andere Mittelfeldreihe der WM. Ghana ist der afrikanische Joker in dieser Gruppe: Die Black Stars haben individuelle Klasse in Thomas Partey und Mohammed Kudus und spielen einen physischen, schnellen Fußball, der in der Gruppenphase Überraschungen produzieren kann. Panama komplettiert die Gruppe als CONCACAF-Vertreter, der bei der WM 2018 debütierte und defensiv organisiert ist, aber offensiv begrenzt. Die detaillierte Analyse der Gruppe L zeigt, warum der Markt Kroatiens Chancen auf den Gruppensieg möglicherweise zu niedrig ansetzt.
Gruppe J im Detail — Deutschlands Weg durch die Vorrunde
Ich gebe zu: Objektivität fällt schwer, wenn die eigene Nationalmannschaft bei einer WM in eine Gruppe mit dem Titelverteidiger gelost wird. Aber genau das ist mein Job — also lassen Sie mich Gruppe J so analysieren, wie ich jede andere Gruppe analysieren würde: nüchtern, datenbasiert und ohne falsche Hoffnungen.
Argentinien ist der Favorit, und daran gibt es wenig zu rütteln. Die Albiceleste hat unter Scaloni ein System aufgebaut, das den Weltmeistertitel 2022 und die Copa América 2024 gewann. Auch wenn der Kader altert — Messi wird 38, Otamendi 34 —, bleibt die kollektive Qualität auf einem Niveau, das in dieser Gruppe unerreicht ist. Der Markt sieht Argentinien bei einer Gruppensieger-Quote, die eine implizite Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent widerspiegelt. Das halte ich für angemessen. Argentinien wird den Gruppensieg ansteuern, und die einzige realistische Möglichkeit für eine Überraschung besteht darin, dass Scaloni im zweiten oder dritten Spiel rotiert, wenn der Gruppensieg bereits gesichert ist.
Die entscheidende Frage in Gruppe J lautet: Wer holt den zweiten Platz — Deutschland oder Algerien? Die Antwort hängt von drei Spielen ab, und ich gehe jedes einzelne durch.
Das erste Spiel — Deutschland gegen Jordanien am 17. Juni im Levi’s Stadium in Santa Clara, Anstoß 06:00 Uhr MESZ — ist die Partie, die das DFB-Team gewinnen muss. Jordanien debütiert bei einer WM und wird mit einer defensiven Grundordnung ins Turnier gehen: tiefe Verteidigung, schnelle Konter, minimales Risiko. Nagelsmanns Pressing-System muss diese Defensive knacken, und das ist gegen tief stehende Gegner schwieriger als gegen Teams, die selbst aufbauen wollen. Die historische Statistik zeigt, dass Favoriten in ihren WM-Eröffnungsspielen gegen Debütanten zu 78 Prozent gewinnen, aber nur zu 45 Prozent mit mehr als einem Tor Differenz. Ein knappes 1:0 oder 2:1 wäre das wahrscheinlichste Ergebnis, und der Unter-2.5-Tore-Markt bietet in diesem Spiel möglicherweise Wert.
Das zweite Spiel — Argentinien gegen Deutschland am 22. Juni im AT&T Stadium in Dallas, Anstoß 19:00 Uhr MESZ — ist das Highlight der Gruppenphase. Im klimatisierten Stadion bei konstanten 21 Grad trifft das beste Pressing-Team der WM auf den amtierenden Weltmeister. Ich sehe zwei Szenarien: Entweder Deutschland gelingt es, Argentiniens Aufbauspiel früh zu stören und aus den resultierenden Fehlern Chancen zu kreieren — dann ist ein Unentschieden oder sogar ein Sieg möglich. Oder Argentiniens Erfahrung setzt sich durch, die Albiceleste übersteht die Pressing-Phase und kontrolliert das Spiel ab der 60. Minute — dann wird es schwer. Die Quote auf ein Unentschieden wird bei diesem Spiel attraktiv sein, weil der Markt Argentinien als klaren Favoriten einpreist, aber Nagelsmanns System genau für diesen Typ Gegner konzipiert ist.
Das dritte Spiel — Algerien gegen Deutschland am 28. Juni im Arrowhead Stadium in Kansas City, Anstoß 04:00 Uhr MESZ — ist das entscheidende Duell. Wenn Deutschland gegen Jordanien gewonnen und gegen Argentinien ein respektables Ergebnis geholt hat, geht es gegen Algerien um alles. Algerien bringt eine Mannschaft mit, die im afrikanischen Fußball zu den Top-5 gehört: schnelle Flügelspieler, physisch starke Mittelfeldspieler und eine Defensive, die bei Turnieren schwer zu überwinden ist. Der Spielstil der Algerier — schnelles Umschaltspiel, direkte Pässe in die Spitze, aggressives Zweikampfverhalten — ist ein Kontrast zu Nagelsmanns systematischem Pressing. Das Spiel wird physisch intensiv und taktisch anspruchsvoll. Für den Wettmarkt ist das Spiel Algerien gegen Deutschland die interessanteste Einzelpartie der Gruppe, weil die Quoten eng beieinander liegen und der Ausgang von taktischen Details abhängt, die der breite Markt nicht erfassen kann.
Meine Gesamteinschätzung für Gruppe J: Argentinien Erster, Deutschland Zweiter — knapp vor Algerien. Das DFB-Team hat den taktischen Vorteil eines eingespielten Systems, die bessere europäische Turniererfahrung nach der EM 2024 und einen Trainer, dessen Pressingkonzept bei dieser WM besonders effektiv sein wird. Algerien ist der härtere Gegner, als es die Quoten vermuten lassen, und Jordanien ist kein Selbstläufer. Aber wenn Deutschland seine Stärken ausspielt — kollektive Disziplin, hohes Pressing, physische Intensität über 90 Minuten —, reicht es für den zweiten Platz und den Einzug ins Achtelfinale. Die vollständige Analyse der Gruppe J liefert für jeden der drei deutschen Gruppengegner detaillierte taktische Matchpläne.
Insider-Prognose: Wer übersteht die Gruppenphase?
32 von 48 Mannschaften werden die Vorrunde überstehen — 24 über die ersten beiden Gruppenplätze, acht als beste Gruppendritte. Das sind zwei Drittel aller Teilnehmer, und das verändert die Art, wie wir über Gruppenprognosen nachdenken. Die Frage ist weniger „Wer kommt weiter?“ als vielmehr „Wer scheidet aus?“ — denn die Mehrheit wird es schaffen.
Beginnen wir mit den sicheren Gruppenersten: Argentinien, Frankreich, Spanien, Brasilien, England und Deutschland werden ihre Gruppen mit hoher Wahrscheinlichkeit als Erste abschließen. Die Quoten auf den Gruppensieg dieser sechs Mannschaften liegen zwischen 1.30 und 1.60, und ich sehe keinen Grund, dagegen zu wetten. Die USA als Gastgeber kommen als siebter fast-sicherer Gruppensieger hinzu, wobei die Türkei in Gruppe D für mehr Widerstand sorgen wird als bei den anderen sechs.
Spannender wird es bei den Gruppen, in denen der Gruppensieg nicht vorherbestimmt ist. In Gruppe B sehe ich Schweiz und Kanada in einem engen Rennen — mein Tipp geht an die Schweiz, weil der DACH-Nachbar die größere Turniererfahrung hat und unter Druck besser performt als Kanada. In Gruppe F favorisiere ich die Niederlande vor Japan, aber der Abstand ist gering. In Gruppe K rechne ich mit Portugal vor Kolumbien, wobei ein kolumbianischer Gruppensieg keine Überraschung wäre. In Gruppe L erwarte ich England vor Kroatien, aber Kroatien wird bis zum letzten Spieltag um den ersten Platz kämpfen.
Die interessanteste Prognose betrifft die acht besten Gruppendritten. In einem Feld von 12 Gruppendritten müssen sich acht qualifizieren — das entspricht einer Weiterkommen-Quote von 67 Prozent unter den Drittplatzierten. Historisch reichen bei ähnlichen Formaten (wie der EM 2016 mit 24 Teams) drei bis vier Punkte für das Weiterkommen als Gruppendritter. Bei der WM 2026 erwarte ich, dass vier Punkte sicher zum Weiterkommen reichen und drei Punkte mit einer positiven Tordifferenz ebenfalls genügen. Das bedeutet: Eine Mannschaft, die ein Gruppenspiel gewinnt und eines unentschieden spielt, übersteht die Vorrunde — selbst als Gruppendritter.
Für Deutschland ist dieses Szenario relevant, weil es eine Rückversicherung bietet. Selbst wenn das DFB-Team den zweiten Platz in Gruppe J nicht erreicht, reicht ein Sieg gegen Jordanien und ein Unentschieden gegen Algerien für vier Punkte — genug für den Einzug ins Achtelfinale als Gruppendritter. Nagelsmanns Team hat also zwei Wege ins Achtelfinale, und diese doppelte Chance spiegelt der Wettmarkt noch nicht vollständig wider.
Die Mannschaften, die ich als Vorrunden-Ausscheider sehe, gehören zu den Debütanten und den schwächeren Gruppengegnern: Kap Verde, Curaçao, Haiti, Neuseeland und Panama werden mit hoher Wahrscheinlichkeit nach drei Gruppenspielen die Heimreise antreten. Jordanien, Irak und die DR Kongo haben eine geringe, aber nicht unmögliche Chance auf ein Weiterkommen. Die überraschendsten Vorrunden-Exits erwarte ich bei Belgien — dessen goldene Generation bei der WM 2022 bereits in der Vorrunde scheiterte — und bei Brasilien, dessen defensive Anfälligkeit in Gruppe C von Marokko bestraft werden könnte. Es wäre nicht das erste Mal, dass ein Topfavorit in der Gruppenphase stolpert, und bei einem Format mit 48 Mannschaften und der entsprechenden Varianz steigt die Wahrscheinlichkeit für solche Überraschungen.
Zwölf Gruppen, drei Erkenntnisse
Erstens: Die WM-2026-Gruppen produzieren eine nie dagewesene Bandbreite an Wettmöglichkeiten. Von klar strukturierten Gruppen wie E (Deutschland) bis zu hochexplosiven wie L (England/Kroatien) reicht das Spektrum, und in jeder Gruppe gibt es mindestens einen Markt, in dem der Buchmacher verwundbar ist. Zweitens: Das neue Format mit den besten acht Gruppendritten verändert die taktische Kalkulation fundamental — Mannschaften gehen weniger Risiko ein, weil selbst ein dritter Platz zum Weiterkommen reichen kann. Drittens: Deutschlands Gruppe J ist anspruchsvoll, aber machbar. Das DFB-Team hat unter Nagelsmann die taktische Identität und die Turniererfahrung, um den zweiten Platz zu erobern — und der Wettmarkt hat diese Stärke noch nicht vollständig eingepreist.
Die Gruppenphase beginnt am 11. Juni mit Mexiko gegen Südafrika im Estadio Azteca und endet am 28. Juni mit den letzten parallelen Gruppenspielen. In diesen 18 Tagen werden 48 Spiele gespielt, 16 Mannschaften ausscheiden und 32 den Weg in die K.o.-Runde antreten. Für Wettende ist die Gruppenphase die Phase mit dem höchsten Informationsvorsprung — weil die Daten noch dünn sind, die Märkte noch ineffizient und die Gelegenheitswettenden noch nicht im Turnierrausch versunken. Nutzen Sie diese Phase. Analysieren Sie jede Gruppe einzeln, vergleichen Sie die Quoten verschiedener Anbieter, und setzen Sie dort, wo Ihr Wissen den Markt schlägt. Die Gruppen A bis L bieten insgesamt 48 Gruppenspiele — und in mindestens einem Drittel davon wird der Markt falschliegen.