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Der letzte Achtelfinal-Tag dieser WM lieferte das, was Turniere unvergesslich macht: einen Titelverteidiger am Abgrund, elf Minuten puren Wahnsinn und ein Elfmeterschießen mit dem glücklichen Ende für den Underdog. Argentinien und die Schweiz stehen im Viertelfinale – aber auf völlig verschiedenen Wegen. Hier ist mein Insider-Blick auf das, was wirklich zählte.

Argentinien – Ägypten 3:2: Elf Minuten, die alles änderten
Wer nach 67 Minuten abgeschaltet hat, verpasste das Unfassbare. Ägypten führte 2:0 – verdient, wohlgemerkt. Yasser Ibrahim hatte per Kopf in der 15. Minute getroffen, Mostafa „Zico" in der 67. Minute nachgelegt. Die Buchmacher hatten Argentinien in-play bei rund 46,00 auf den Titel notiert – praktisch abgeschrieben.
Dann brach alles über Ägypten herein. Cristian Romero verkürzte per Kopf (79.), Lionel Messi glich mit dem achten Turniertor aus (83.), und Enzo Fernández schoss in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 3:2. Drei Tore in elf Minuten, Titelverteidiger im Viertelfinale.
Messi selbst sprach nach dem Spiel mit der Ruhe eines Mannes, der alles gesehen hat: „It isn’t easy to come back from 2-0 down, but as I always say, this team never gives up." (Es ist nicht einfach, ein 0:2 aufzuholen, aber wie ich immer sage: Diese Mannschaft gibt niemals auf.) Und dann, fast beiläufig zufrieden: „I’m happy we made it through and with the way we did it. We knew it was going to be tough." (Ich bin froh, dass wir es geschafft haben – und vor allem wie. Wir wussten, dass es hart werden würde.)
Inside-Notiz: Messis 83.-Minuten-Treffer war sein achtes Turniertor – damit ist er alleiniger Spitzenreiter der Torjägerliste, einen Treffer vor Mbappé und Haaland (je 7). Mehr zur Torjägerkrone in unserer separaten Analyse.
Schweiz – Kolumbien 0:0 n.V. (4:3 i.E.): Vargas als Held
Das andere Achtelfinale war das exakte Gegenteil: kein Tor in 120 Minuten, dafür maximale Spannung im Elfmeterschießen. Die Schweiz gewann 4:3 vom Punkt – mit Rubén Vargas als dem Mann, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte.
Kolumbien war über die 120 Minuten das gefährlichere Team – 15 Torschüsse gegen 7 und ein Expected-Goals-Wert von 1,03 zu 0,35 –, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Die Schweizer Defensive hielt dicht, Vargas, der zuvor mit einer Blessur zu kämpfen hatte, trat im entscheidenden Moment an und traf. Das Aus für Kolumbien, den letzten verbliebenen südamerikanischen Geheimtipp neben Argentinien.
Das Viertelfinal-Tableau ist komplett
Mit den beiden Ergebnissen vom 7. Juli stehen alle vier Viertelfinal-Paarungen fest:
- QF1: Frankreich – Marokko, 9. Juli, 22:00 MESZ, Gillette Stadium, Foxborough
- QF2: Spanien – Belgien, 10. Juli, 21:00 MESZ, SoFi Stadium, Los Angeles
- QF3: Norwegen – England, 11. Juli, 23:00 MESZ, Hard Rock Stadium, Miami
- QF4: Argentinien – Schweiz, 11. Juli (03:00 MESZ, 12. Juli), Arrowhead Stadium, Kansas City
Ausgeschieden im Achtelfinale: Ägypten und Kolumbien – damit sind neben Brasilien, Mexiko, Portugal und den USA sechs weitere Teams raus. Von den drei Gastgebern (USA, Kanada, Mexiko) hat es keiner ins Viertelfinale geschafft.
Was das für die Wetten bedeutet
Die Outright-Quoten nach dem kompletten Achtelfinale zeigen ein klares Bild: Frankreich bleibt mit 2,75 der Favorit, dahinter Spanien (4,70) und Argentinien (4,90), das sich durch den Comeback-Sieg wieder ins Gespräch gebracht hat. England hält sich bei 5,80, Norwegen bei 15,00. Marokko (28,00), Belgien (31,00) und die Schweiz (34,00) sind die Außenseiter der letzten Acht (alle Stand 7. Juli 2026, FanDuel).
Inside-Notiz: Argentiniens Quotensprung von 46,00 auf 4,90 ist die dramatischste Einzelbewegung des gesamten Turniers. Wer in-play bei 0:2 eingestiegen ist, sitzt auf einem enormen Value-Polster. Die Frage ist, ob die Mannschaft nach diesem emotionalen Kraftakt die Energie für das Viertelfinale gegen die defensivstarke Schweiz aufbringt.
Mein Insider-Fazit
Der 7. Juli hat den Charakter dieses Turniers bestätigt: Nichts ist entschieden, bis der Schlusspfiff ertönt. Argentinien hat die breiteste Qualität, aber der Comeback gegen Ägypten hat Spuren hinterlassen – physisch und emotional. Die Schweiz dagegen kommt mit einer makellosen Defensivbilanz und dem Selbstvertrauen eines Elfmetererfolgs ins Viertelfinale. Für den neutralen deutschen Blick versprechen alle vier Paarungen hochklassige Duelle. Mein Rat: Schaut euch die Einzelvorschauen an, bevor ihr tippt.
Aktuelle Viertelfinal-Quoten führt Rabona (DE-Lizenz).
Weiterlesen: Mannschaften unter der Lupe, die Viertelfinal-Vorschau, Frankreich–Marokko im Detail.