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Es gibt Turniere, in denen sich Außenseiter bis ganz nach vorne mogeln. Und dann gibt es die WM 2026. Nach den letzten beiden Viertelfinals stehen mit Frankreich, Spanien, England und Argentinien die vier bestplatzierten Nationen der FIFA-Rangliste im Halbfinale — laut übereinstimmenden Berichten das erste Mal überhaupt, dass die Top vier der Weltrangliste gemeinsam das WM-Halbfinale erreichen. Kein Zufall, kein Chaos, sondern die pure Hierarchie. Hier ist, wie England und Argentinien am 11. Juli das Tableau vervollständigt haben — und was wenige mitbekommen haben.

England 2:1 Norwegen — Bellinghams Doppelschlag in der Verlängerung
Im Hard Rock Stadium von Miami Gardens sah es lange nach der großen norwegischen Überraschung aus. Andreas Schjelderup brachte Norwegen in der 36. Minute in Führung — und England, der Favorit, wirkte zäh. Doch dann kam die Nachspielzeit der ersten Halbzeit: Jude Bellingham glich in der 45.+2 aus, 1:1 zur Pause.
Nach 90 Minuten stand es weiter unentschieden, es ging in die Verlängerung. Und dort schlug erneut Bellingham zu — in der 93. Minute, gleich zu Beginn der Extrazeit, staubte er einen vom norwegischen Torhüter abgeprallten Ball zum 2:1 ab. Es war sein Doppelpack, der England erstmals seit 2018 wieder in ein WM-Halbfinale führte.
- England erreicht erstmals seit 2018 wieder ein WM-Halbfinale.
- Jude Bellingham drehte die Partie im Alleingang — Ausgleich in der Nachspielzeit, Siegtreffer in der Verlängerung.
- England trifft im Halbfinale zum ersten Mal seit 2002 wieder auf Argentinien.
Argentinien 3:1 Schweiz — Rote Karte kippt das Spiel
Zeitgleich im Arrowhead Stadium in Kansas City lieferte die Schweiz dem Weltmeister lange Paroli. Alexis Mac Allister traf früh (10.), doch Dan Ndoye glich in der 67. Minute für die Eidgenossen aus — 1:1 nach 90 Minuten, es ging auch hier in die Verlängerung.
Der Wendepunkt: In der 72. Minute sah Breel Embolo nach VAR-Studium die Gelb-Rote Karte wegen einer Schwalbe — zunächst war Paredes verwarnt worden, doch die Wiederholung zeigte, dass Embolo vor dem Kontakt gefallen war. Zu zehnt hielt die Schweiz noch bis in die Verlängerung durch, ehe Argentinien die Überzahl nutzte: Julián Álvarez in der 112. und Lautaro Martínez tief in der Nachspielzeit (120.+1) machten den 3:1-Endstand perfekt. Für Argentinien ist es das dritte WM-Halbfinale in Folge.
Das Halbfinale steht — und es ist ein Gipfeltreffen
| Halbfinale | Partie | Datum | Ort |
|---|---|---|---|
| HF1 | Frankreich – Spanien | Di, 14. Juli | AT&T Stadium, Arlington/Dallas |
| HF2 | England – Argentinien | Mi, 15. Juli | Mercedes-Benz Stadium, Atlanta |
Ausgeschieden im Viertelfinale sind Marokko, Belgien, Norwegen und die Schweiz. Übrig bleiben die vier Schwergewichte. HF1 gilt als „Finale vor dem Finale" — Frankreich und Spanien trafen bei einer WM erst einmal aufeinander (2006, Achtelfinale, 3:1 für Frankreich). HF2 ist die Neuauflage eines geladenen Klassikers — das erste WM-Duell zwischen England und Argentinien seit 2002.
Inside-Notiz: die Gelbsperren sind vom Tisch
Was in der K.o.-Phase gern übersehen wird: Nach dem Viertelfinale werden die gesammelten Gelben Karten annulliert. Alle Spieler, die vor dem Halbfinale „auf der Kippe" standen — Bellingham, Rice, Guéhi, O’Reilly bei England, Montiel bei Argentinien — sind wieder frei. Die einzige noch offene Sperre betrifft Jarell Quansah (England), der gegen Argentinien den zweiten und letzten Spieltag seiner Sperre absitzt.
Für die deutschen Fans, die seit dem Achtelfinal-Aus gegen Paraguay nur noch Zuschauer sind, bleibt immerhin ein hochkarätiges Restprogramm: vier Topteams, zwei Halbfinals, ein Finale am 19. Juli im MetLife Stadium.
Weiterlesen: Halbfinal-Vorschau: vier Topteams, Frankreich – Spanien Vorschau, England – Argentinien Vorschau, Mannschaften unter der Lupe.