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Am Ende blieben von vier Schwergewichten genau die zwei übrig, die dieses Turnier am reinsten verkörpern: die beste Defensive gegen den besten Angriff. Spanien hat Frankreich im Halbfinale mit 2:0 aus dem Weg geräumt, Argentinien England mit 2:1 — und damit steht ein WM-Finale, das es in dieser Konstellation noch nie gab. Hier ist der Rückblick auf beide Halbfinals, das Tableau für das Wochenende — und die Details, die im ersten Jubel untergingen.

Spanien 2:0 Frankreich — die Turniermaschine gestoppt
Es war das „Finale vor dem Finale", und es hatte einen klaren Sieger. Spanien nahm Frankreich im AT&T Stadium von Arlington komplett aus dem Spiel und gewann mit 2:0. Die eigentliche Nachricht steckt aber in den Zahlen dahinter: Spanien ließ Frankreich lediglich einen erwarteten Torwert (xG) von 0,30 aus zehn Abschlüssen zu — das ist der niedrigste xG-Wert einer französischen Mannschaft bei einer WM seit 60 Jahren.
Damit blieb die spanische Defensive einmal mehr ohne Gegentor. Über das gesamte Turnier hat Spanien in sieben Spielen nur ein einziges Mal hinter sich greifen müssen — beim 2:1 im Viertelfinale gegen Belgien. Die Turniermaschine Frankreich, die zuvor 16 Tore erzielt hatte, fand gegen diese Abwehr schlicht kein Mittel.
Argentinien 2:1 England — Messi legt beide Tore auf
Im Mercedes-Benz Stadium von Atlanta lieferte England dem Weltmeister lange ein enges Spiel. Anthony Gordon brachte die Three Lions in der 55. Minute in Führung — doch dann übernahm der Kapitän. Enzo Fernández glich in der 85. Minute aus, Lautaro Martínez traf in der 90.+2 zum 2:1-Endstand. Beide Treffer bereitete Lionel Messi vor.
England, das ist die bittere Kehrseite, kam bei nur 36 Prozent Ballbesitz auf einen xG von 0,53 und fünf Abschlüsse — Harry Kane und Jude Bellingham zusammen brachten in diesem Halbfinale einen einzigen Torschuss zustande. Für Argentinien ist es das dritte WM-Halbfinale in Folge, und der Sieg passt ins Muster: Die Tore fielen in der 85. und in der Nachspielzeit.
- Spanien steht erstmals seit 2010 wieder in einem WM-Finale — und hat in sieben Spielen nur ein Gegentor kassiert.
- Argentinien ist die einzige Mannschaft, die alle sieben Turnierspiele gewonnen hat, und kann als erst dritte Nation den Titel verteidigen.
- Das Finale steigt am Sonntag, 19. Juli, um 21:00 Uhr MESZ im MetLife Stadium.
- Um Platz 3 spielen Frankreich und England am Samstag, 18. Juli.
Das Tableau fürs Wochenende
Ausgeschieden im Halbfinale sind Frankreich und England — sie treffen im kleinen Finale aufeinander. Für Deutschland, seit dem Aus in der Runde der letzten 32 im Elfmeterschießen gegen Paraguay nur noch Zuschauer, bleibt damit ein Endspiel-Wochenende der Kontraste: Argentiniens bester Turnierangriff (19 Tore, alle sieben Spiele gewonnen) gegen Spaniens historische Abwehr.
Inside-Notiz: die stille Rekordjagd
Was in der Finaleuphorie unterging: Spanien ist seit 37 Spielen ungeschlagen und egalisiert damit den ewigen Weltrekord von Italien (2018–2021). Ein Sieg oder Remis im Finale wäre die 38. Partie ohne Niederlage — und damit der alleinige Weltrekord. Auf der Gegenseite steht mit Torhüter Unai Simón ein Mann, der in dieser WM sechs Mal zu null spielte — so viele Weiße Westen in einer einzigen Endrunde gab es in 96 Jahren WM-Geschichte noch nie.
Inside-Notiz: kein einziger Gesperrter fürs Finale
Ein Detail für alle, die aufs Endspiel schauen: In keinem der beiden Halbfinals flog ein Spieler vom Platz, und die Gelben Karten wurden nach dem Viertelfinale ohnehin annulliert. Das Ergebnis, laut übereinstimmenden Berichten: Weder bei Spanien noch bei Argentinien steht vor dem Finale ein einziger Spieler mit einer Gelbsperre oder Rotsperre. Beide Trainer können aus dem Vollen schöpfen — Argentiniens einzige Sorge ist die Belastung nach zwei Verlängerungen im K.o.-Weg.
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