Rückblick 7. Juli: Argentiniens Wahnsinn und Schweizer Nerven

Updated Juli 2026
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Der letzte Achtelfinal-Tag dieser WM lieferte das, was Turniere unvergesslich macht: einen Titelverteidiger am Abgrund, elf Minuten puren Wahnsinn und ein Elfmeterschießen mit dem glücklichen Ende für den Underdog. Argentinien und die Schweiz stehen im Viertelfinale – aber auf völlig verschiedenen Wegen. Hier ist mein Insider-Blick auf das, was wirklich zählte.

Abendstimmung in einem ausverkauften WM-Stadion, Flutlicht beleuchtet den Rasen, aufgeregte Fans auf den Rängen
Der 7. Juli bescherte der WM 2026 den dramatischsten Achtelfinal-Abend des Turniers.

Argentinien – Ägypten 3:2: Elf Minuten, die alles änderten

Wer nach 67 Minuten abgeschaltet hat, verpasste das Unfassbare. Ägypten führte 2:0 – verdient, wohlgemerkt. Yasser Ibrahim hatte per Kopf in der 15. Minute getroffen, Mostafa „Zico" in der 67. Minute nachgelegt. Die Buchmacher hatten Argentinien in-play bei rund 46,00 auf den Titel notiert – praktisch abgeschrieben.

Dann brach alles über Ägypten herein. Cristian Romero verkürzte per Kopf (79.), Lionel Messi glich mit dem achten Turniertor aus (83.), und Enzo Fernández schoss in der zweiten Minute der Nachspielzeit das 3:2. Drei Tore in elf Minuten, Titelverteidiger im Viertelfinale.

Die Zahl des Abends: Argentiniens Titelquote stürzte von rund 46,00 (in-play, als es 0:2 stand) auf 4,90 nach Abpfiff (Stand 7. Juli 2026, FanDuel). Ein Quotencollapse, wie ihn dieses Turnier noch nicht gesehen hatte.

Messi selbst sprach nach dem Spiel mit der Ruhe eines Mannes, der alles gesehen hat: „It isn’t easy to come back from 2-0 down, but as I always say, this team never gives up." (Es ist nicht einfach, ein 0:2 aufzuholen, aber wie ich immer sage: Diese Mannschaft gibt niemals auf.) Und dann, fast beiläufig zufrieden: „I’m happy we made it through and with the way we did it. We knew it was going to be tough." (Ich bin froh, dass wir es geschafft haben – und vor allem wie. Wir wussten, dass es hart werden würde.)

Inside-Notiz: Messis 83.-Minuten-Treffer war sein achtes Turniertor – damit ist er alleiniger Spitzenreiter der Torjägerliste, einen Treffer vor Mbappé und Haaland (je 7). Mehr zur Torjägerkrone in unserer separaten Analyse.

Schweiz – Kolumbien 0:0 n.V. (4:3 i.E.): Vargas als Held

Das andere Achtelfinale war das exakte Gegenteil: kein Tor in 120 Minuten, dafür maximale Spannung im Elfmeterschießen. Die Schweiz gewann 4:3 vom Punkt – mit Rubén Vargas als dem Mann, der den entscheidenden Elfmeter verwandelte.

Einordnung: Die Schweiz steht zum ersten Mal seit 1954 in einem WM-Viertelfinale. 70 Jahre Warten haben ein Ende – und das gegen ein kolumbianisches Team, das als Geheimfavorit ins Turnier gestartet war.

Kolumbien war über die 120 Minuten das gefährlichere Team – 15 Torschüsse gegen 7 und ein Expected-Goals-Wert von 1,03 zu 0,35 –, brachte den Ball aber nicht im Tor unter. Die Schweizer Defensive hielt dicht, Vargas, der zuvor mit einer Blessur zu kämpfen hatte, trat im entscheidenden Moment an und traf. Das Aus für Kolumbien, den letzten verbliebenen südamerikanischen Geheimtipp neben Argentinien.

Das Viertelfinal-Tableau ist komplett

Mit den beiden Ergebnissen vom 7. Juli stehen alle vier Viertelfinal-Paarungen fest:

  • QF1: Frankreich – Marokko, 9. Juli, 22:00 MESZ, Gillette Stadium, Foxborough
  • QF2: Spanien – Belgien, 10. Juli, 21:00 MESZ, SoFi Stadium, Los Angeles
  • QF3: Norwegen – England, 11. Juli, 23:00 MESZ, Hard Rock Stadium, Miami
  • QF4: Argentinien – Schweiz, 11. Juli (03:00 MESZ, 12. Juli), Arrowhead Stadium, Kansas City

Ausgeschieden im Achtelfinale: Ägypten und Kolumbien – damit sind neben Brasilien, Mexiko, Portugal und den USA sechs weitere Teams raus. Von den drei Gastgebern (USA, Kanada, Mexiko) hat es keiner ins Viertelfinale geschafft.

Was das für die Wetten bedeutet

Die Outright-Quoten nach dem kompletten Achtelfinale zeigen ein klares Bild: Frankreich bleibt mit 2,75 der Favorit, dahinter Spanien (4,70) und Argentinien (4,90), das sich durch den Comeback-Sieg wieder ins Gespräch gebracht hat. England hält sich bei 5,80, Norwegen bei 15,00. Marokko (28,00), Belgien (31,00) und die Schweiz (34,00) sind die Außenseiter der letzten Acht (alle Stand 7. Juli 2026, FanDuel).

Inside-Notiz: Argentiniens Quotensprung von 46,00 auf 4,90 ist die dramatischste Einzelbewegung des gesamten Turniers. Wer in-play bei 0:2 eingestiegen ist, sitzt auf einem enormen Value-Polster. Die Frage ist, ob die Mannschaft nach diesem emotionalen Kraftakt die Energie für das Viertelfinale gegen die defensivstarke Schweiz aufbringt.

Mein Insider-Fazit

Der 7. Juli hat den Charakter dieses Turniers bestätigt: Nichts ist entschieden, bis der Schlusspfiff ertönt. Argentinien hat die breiteste Qualität, aber der Comeback gegen Ägypten hat Spuren hinterlassen – physisch und emotional. Die Schweiz dagegen kommt mit einer makellosen Defensivbilanz und dem Selbstvertrauen eines Elfmetererfolgs ins Viertelfinale. Für den neutralen deutschen Blick versprechen alle vier Paarungen hochklassige Duelle. Mein Rat: Schaut euch die Einzelvorschauen an, bevor ihr tippt.

Wie hat Argentinien gegen Ägypten gewonnen?
Argentinien lag bis zur 79. Minute 0:2 zurück, drehte das Spiel aber mit drei Toren in elf Minuten: Romero (79.), Messi (83.) und Enzo Fernández (90+2′). Endstand 3:2 für den Titelverteidiger.
Wie lief das Elfmeterschießen Schweiz gegen Kolumbien?
Nach 120 torlosen Minuten gewann die Schweiz das Elfmeterschießen 4:3. Rubén Vargas verwandelte den entscheidenden Elfmeter und schoss die Schweiz ins erste WM-Viertelfinale seit 1954.
Welche Viertelfinal-Paarungen stehen fest?
Frankreich – Marokko (9. Juli), Spanien – Belgien (10. Juli), Norwegen – England (11. Juli) und Argentinien – Schweiz (11. Juli). Das komplette Tableau der letzten Acht ist fixiert.

Aktuelle Viertelfinal-Quoten führt Rabona (DE-Lizenz).

Weiterlesen: Mannschaften unter der Lupe, die Viertelfinal-Vorschau, Frankreich–Marokko im Detail.

Jeu responsable

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